Theater-AG

"König Florians Tochter haut ab" 

- Chronik einer Theateraufführung:

Bild: Sandra Decoux-Kone
Bild: Sandra Decoux-Kone

Kurz vor den Herbstferien 2015:

 

Erstes Treffen der Theater-AG

30 schauspielbegeisterte Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 bis 7 treffen sich.

„Das sind aber ganz schön viele!“ seufzen die zwei Theater-Lehrerinnen.

„Das muss ein großes Stück werden!“ sagen sie und fangen gleich an.

Spiele und Improvisationen  lassen schon bald die verschiedensten Talente zum Vorschein kommen. „Es macht Spaß“ – alle haben Blut geleckt.

 

November 2015 – April 2016

 

Dienstagnachmittags

Ein Gewusel im Schulhaus

Die Schülerinnen und Schüler durcheinander:

 „Wo treffen wir uns? – Können wir anfangen? – Welches Stück spielen wir? – Welche Rolle spiele ich?  - Was sollen wir anziehen? - Wir wollen einen Tanz einstudieren.“

 

Die Lehrerinnen

„Hört jetzt auf mit der Fragerei und lasst uns mit der Probe beginnen.“

„Wir spielen „König Florians Tochter haut ab“. Ihr kennt das Stück nicht, aber jeder von euch wird eine Rolle, oder sogar mehrere haben. Ja, und die Mädels aus Klasse 6 und 7 tanzen.“

Schülerinnen und Schüler verwandeln sich in einen dicken König, eine trotzige Prinzessin, in Zirkusleute ...

 

3. -11. Mai 2016

 

Probenwoche

Die Theater-AG kehrt dem normalen Unterricht den Rücken und verbringt den Vormittag in der Turnhalle – auf der bereits aufgebauten Bühne.

Jeder Tag ist eine Herausforderung. Jede Szene wird geprobt ... einma ... zweimal ... dreimal ... bis sie sitzt.

Kostüme werden anprobiert, das Bühnenbild muss stimmen, das Technik-Team unterstützt uns glücklicherweise vorbildlich.

Die Nervosität steigt von Tag zu Tag.

„Werden wir es schaffen?“

 

11. Mai 2016

 

17 Uhr

Die Schule füllt sich mit aufgeregten Schauspielerinnen und Schauspielern.

„Ab in die Maske“

Kostüme an und dann geht´s los!

19 Uhr

„König Florians Tochter haut ab“ wird von 25 Schülerinnen und Schülern auf die Bühne gebracht. Die Turnhalle ist bis auf den letzten Platz besetzt. Es klappt fast alles. Nach knapp 60 Minuten bricht Jubel aus  - auch hinter der Bühne. Geschafft.

Erstmal – doch kaum ist der Beifall verklungen, heißt es: „Alles auf Anfang! Morgen früh spielen wir noch einmal.“ Aufräumen, ein Glas Saft und Leckereien, die der Förderverein anbietet und von den Eltern gespendet wurden – und dann heim! Bis morgen!

 

12. Mai 2016

 

9 Uhr

Kostüme – Maske – the same procedure than last day

10 Uhr

Schüler aus Rust, Kappel und Grafenhausen sind das heutige Publikum.

Ein tolles Publikum!

Das Stück läuft noch besser als am Vortag. Zufriedene Gesichter auf der Bühne und  davor.

Abbauen – Sachen versorgen – Eine kurze Besprechung und dann wie jedes Jahr:

 

„Was spielen wir nächstes Schuljahr?“

 

Zum Artikel der Badischen-Zeitung "Vom König, der keine Lust mehr hat"

 


 

Momo - ein Theaterstück der besonderen Art

In einer Phantasiewelt ist die Gesellschaft der grauen Herren am Werk. Sie versuchen, alle Menschen dazu zu bringen, Zeit zu sparen. In Wahrheit werden die Menschen um ihre Zeit betrogen; während sie versuchen, Zeit für später zu sparen, vergessen sie, im Jetzt zu leben. Denn Zeit kann man nicht sparen wie Geld. Je mehr man versucht, Zeit zu sparen, desto „kürzer“ werden die Tage und Woche.

 

Als die Welt schon fast den grauen Herren gehört, beschließt der weise Meister Hora (der geheimnisvolle „Verwalter der Zeit“), zu handeln. Er hält die Zeit an, wodurch die ganze Welt zum Stillstand kommt, und schickt seine Schildkröte Kassiopeia mit dem kleinen, hilfsbereiten Mädchen Momo, das eine Stundenblume für eine Stunde Zeit in die Hand bekommt, in den Kampf gegen die übermächtig erscheinenden grauen Herren.

 

Die Theater-AG der Werkrealschule Grafenhausen hat das Theaterstück "Momo" nach dem Roman von Michael Ende in der Bühnenfassung von Vita Huber auf die Bühne gebracht. Gekonnt und mit vielen Wechseln in Personen und Bühnenbildern wurde das schwierige Stück eindrucksvoll vorgetragen. Das Premierenpublikum honorierte die Theaterprobenarbeit der Jugendlichen seit Schuljahresbeginn mit viel Applaus.Im Anschluss an das Theaterstück bewirtete der Förderkreis die begeisterten Zuschauer, die sich noch etwas Zeit für ein gemütliches Beisammensein nahmen.


Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn

 

Am Donnerstagabend hieß es Bühne frei für die Schauspielerinnen und Schauspieler der Theater-AG der Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit entführten die 25 Akteure die zahlreichen Besucher in eine Welt voll Abenteuer, Witz und sogar Mord. Erzählt wurde die Geschichte von Tom und seinem Freund Huck, die einen Mord beobachten. Der Mörder aber beschuldigt Muff Potter, der für diese Tat hängen soll. Zuerst schweigen Tom und Huck aus Angst vor der Rache des wirklichen Mörders, verstecken sich auf einer Insel und werden für tot gehalten. Zuerst genießen sie das freie Leben auf der Insel ohne jegliche Zwänge wie Hausaufgaben, Kirchgang, unbequeme Kleidung. Am Ende aber entlarven sie dennoch den wahren Mörder, der nach einigem Hin und Her dann auch verhaftet wird. Huck, der keine Eltern hat, soll nun auch ein geordnetes Leben führen, doch er hält es nicht aus und kehrt zurück an den Fluß. Und Tom folgt ihm.
Es war das zweite Mal, dass die Theater-AG ein Stück aufführte. Dieses Mal waren die Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 bis 7 beteiligt. Sie verwandelten sich in freche, faule Jungs (die in Wirklichkeit Unmengen von Text zu lernen hatten), aber auch in brave Mädchen mit Zöpfen. Als Tante Polly musste ein strenger Ton angeschlagen werden. Indianer-Joe, der Mörder, musste fies und verschlagen gespielt werden. Der Sheriff und der Richter mussten wahre Autoritäten mimen und der Pfarrer sollte als frommer Tröster herüberkommen. Außerdem musste gesungen und getanzt werden, und in den Umbaupausen in kürzester Zeit jeweils eine neue Umgebung angedeutet werden. Das alles gelang den Schülern ganz ausgezeichnet. Mit viel Spielfreude und ungeheurem Engagement für ihr Stück zauberten sie einen kurzweiligen und sehr unterhaltsamen Abend. Es gab viel Lob von allen Seiten, so das nur noch eine Frage bleibt: Was spielen wir im nächsten Schuljahr?